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Einleitung

Beschwerden mit den Pfoten gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen von Hunden, deren Halter aufgrund von Juckreiz, Allergie, Unverträglichkeiten, Ohrenentzündungen oder auch sämtlichen Magen-Darm-Beschwerden zu uns kommen.

Sie äußern sich in ständigem Nagen und Beißen des Hundes zwischen den Zehen, Entzündungen des Nagelbetts, Haarausfall, Läsionen an den Ballen („offene Pfote“), entzündeter Zwischenzehenhaut oder auch eitrig/blutig entzündeten Liegeschwielen.

Dieser Artikel ist vor allem dann für dich äußerst relevant, wenn die Pfoten deines Lieblings ungefähr so aussehen:

Allgemeiner Überblick

Es gibt im wesentlichen 3 Kategorien von Pfotenproblemen, die sich nach meiner Erfahrung in ihrer Häufigkeit ungefähr wie folgt aufteilen:

  1. Verletzungen (ca. 10 %) = eingetretene Glasscherbe, Grannen oder abgerissene Wolfskrallen
  2. Orthopädische Probleme (ca. 10%)
  3. Pfotenprobleme als Begleiterscheinung einer allgemeinen Dynamik im gesamten Körper ( 80%! )

Die ersten beiden möchte ich hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt haben, da sie je nach Schweregrad ein Fall für den TA vor Ort sind, vor allem wenn Fremdkörper entfernt oder Wunden chirurgisch versorgt werden müssen. Wir werden uns hier daher mit Kategorie Nr. 3 beschäftigen.

Einordnung ins große Ganze – Ursachen

Mein Anliegen mit diesem Artikel ist es deutlich zu machen, dass der überwiegende Großteil an Pfotenproblemen KEIN Fall für den Tierarzt vor Ort sind und auch nicht mit Antibiotika oder Kortison-Präparaten behandelt werden können, zumindest nicht mit langfristigem Erfolg. Und zwar weil sie Teil einer größeren Dynamik im ganzen Körper sind, die nur an dieser Körperstelle zu Tage tritt aus Gründen auf die ich gleich noch genauer eingehen werde.

Anders ausgedrückt:
Pfotenprobleme sind in den meisten Fällen KEIN örtlich begrenztes Geschehen, sondern sie sind vergesellschaftet mit z.B. Durchfall, Futterunverträglichkeiten, Ohrenentzündungen, Allergien oder Hautproblemen aller Art incl. Juckreiz. Folglich können die Pfoten nur dann wirklich abheilen, wenn sie ganzheitlich unter Einbeziehung des gesamten Körpers betrachtet und dann auch ganzheitlich behandelt werden.

Erklärung – Warum ist das so?

An dieser Stelle ist zuerst mal wichtig festzuhalten, dass es sich bei den Krallen, dem Nagelbett, den Ballen und nicht zuletzt auch den Haaren um sogenannte Hautanhangsorgane handelt, die sich durch Zelldifferenzierung aus der Haut heraus bilden und erneuern. Diese Hautanhangsorgane sind immer dann betroffen, wenn es um die Haut insgesamt auch nicht zum Besten bestellt ist, denn die Hautanhangsorgane können immer nur so gesund sein, wie es ihr Ursprung, also die Haut, ist bzw. zulässt.

Wer als Halter die Pfotenprobleme seines Hundes langfristig heilen will, kommt also nicht umhin sich mit der allgemeinen Gesundheit seines Tieres insgesamt und der Hautgesundheit im Speziellen zu beschäftigen. Und damit sind wir auch beim Thema Pfoten wieder beim Darm angelangt, dem meistunterschätzten Organ des Körpers in der Medizin.

Der direkte Zusammenhang von Haut und Darm (und damit auch der indirekte Zusammenhang von Pfoten und Darm) ist im folgenden Video erklärt:

Es gilt also bis hierhin festzuhalten:
Wer die Pfoten seines Hundes dauerhaft heilen will, der muss zuerst die Haut heilen, und wer die Haut heilen will, der muss beim Darm ansetzen!

Warum sind die Pfoten überhaupt betroffen?

Zuerst mal dürfte das mit der beachtlichen mechanischen Beanspruchung im Rahmen der Bewegung zusammen hängen, der die Pfoten tagtäglich unterliegen. Diese intensive Beanspruchung erfordert umfangreiche Regenerations- und Neubildungsprozesse der Zellen, welche natürlich nur im Rahmen eines gesunden Stoffwechsels bzw. Körpermilieus adäquat erfolgen kann.

Des weiteren ist die Haut neben Leber, Niere und Darm ein sehr willkommenes Entgiftungsorgan, dessen Kapazität vom Organismus auch voll ausgeschöpft wird. Wenn körperfremde Substanzen / Schadstoffe ( wie z.B. chemische Medikamente, Impfungen oder Spot-Ons) wieder ausgeschieden werden müssen, bedient sich der Körper notgedrungen auch der Haut.

Denn über die kontinuierlich nach außen abgestoßenen Zellschichten der Haut (=Schuppen) können eingelagerte Schadstoffe langsam aber beständig in die Außenwelt abgegeben werden. Dieser Prozess ist allerdings nicht nur in seiner Kapazität limitiert, sondern er bringt es zwangsläufig auch mit sich, dass die in die Hautzellen eingelagerten Schadstoffe vor ihrer Abschilferung noch das umliegende Gewebe reizen bzw. schädigen können, was vom Tier als Juckreiz empfunden wird. Daher auch das ständige Nagen und Knabbern zwischen den Zehen das mitunter bis hin zur Selbstverstümmelung geht.

Schließlich ist zu berücksichtigen, dass sich der Körper immer nach Priorität heilt. Das heißt er kümmert sich zuerst um die lebenswichtigen Organe wie Herz, Gehirn oder Leber im Körperinneren und „vergisst“ dabei gerne die für das Überleben nur zweitrangigen Pfoten. Die Situation ist vergleichbar mit der Regulation der Körperwärme im Winter – während die Hände und Füße oft kalt und weniger stark durchblutet sind, wird der Körperstamm mit den lebenswichtigen Organen niemals vernachlässigt. Denn eine Unterversorgung von Herz, Lunge oder Gehirn kann direkt tödlich sein, eine Unterversorgung der Pfoten macht sich hingegen erst später bemerkbar. Man könnte sagen der Organismus spielt notgedrungen auf Zeit.

Zu guter Letzt: Dass chemische (Fußboden)Reiniger, ätzende Straßenstreu im Winter oder Spritzgifte auf den Feldern des täglichen Gassigangs ihr übriges tun und wie der sprichwörtliche letzte Tropfen fungieren, ist inzwischen sicherlich einleuchtend. Vor allem da ein Hund keinerlei schützendes Schuhwerk trägt und Pfoten sowie Haut durch den Kontakt mit sämtlichen Schadstoffen unmittelbar gereizt werden.

Was tun – Gegenmaßnahmen

Die notwendigen Maßnahmen um Pfotenproblemen zu begegnen sind aufbauend auf den geschilderten Zusammenhängen gleichermaßen umfangreich wie logisch.

Sie setzen vorne bei der Vermeidung von sämtlichen chemischen Fremdstoffe an. Gehen weiter beim Aufbau des Darms (Ernährung, Darmsanierung, Milieuoptimierung). Beinhalten eine behutsame Entgiftung des Körpers und schließen natürlich auch bestimmte Alltagspraktiken und Gewohnheiten des Halters im Bezug auf Reinigung und Hygiene nicht aus.

Die Prognose von Pfotenproblemen ist jedoch aufgrund der außerordentlichen Regenerationsfähigkeit der Haut auch in sehr fortgeschrittenen Krankheitsverläufen immernoch als gut zu bezeichnen.

Wenn der Halter ganzheitlich konsequent alle Punkte umsetzt, sind Heilungsverläufe wie diese hier die logische Konsequenz.

Wer sich als Hundehalter ebenfalls auf einen ganzheitlichen und chemiefreien Weg begeben möchte, kann sich hier gerne einen Termin bei mir und meinem Team buchen.

Beste Grüße
Tierarzt Dr. Franz

PS: Guck dir bitte auch noch dieses Interview an. Denn der Zusammenhang von den Pfoten mit dem ganzen Körper war auch Alexandra & Karsten lange Zeit nicht klar. Heute ist ihr Briard kerngesund.

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