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Warum Ohrenentzündungen nur das äußerliche Symptom einer viel tiefer liegenden Ursache sind

Ohrenentzündungen gehören zu den hartnäckigsten und leidvollsten Symptome bei Hunden überhaupt. Aber bevor es losgeht, guck dir als kleine Motivation bitte dieses Vorher-Nachher Bild einer stolzen Teilnehmerin an:

Mit der nötigen Erfahrung kann ich heute sagen, dass Ohrenentzündungen oft einer sehr eigenen Dynamik folgen, die von den meisten Haltern nicht verstanden und von Tierärzten schlichtweg falsch behandelt wird. An kaum einem Symptom zeigt sich der fragwürdige Ansatz der Schulmedizin besser und deutlicher als bei (chronischen) Ohrenentzündungen.

Der übliche Behandlungsverlauf

Aber der Reihe nach. Wenn dein Hund erst einmal mit Ohrenentzündungen zu kämpfen hat, steht dir als Halter in den meisten Fällen ein langwieriger Tierarzt-Marathon bevor, es sei denn du hast frühzeitig das Glück auf diese Seite hier gestoßen zu sein. Das meine ich durchaus so wie ich es sage, denn die Regel sind leider allzu oft endlose Tierarztbesuche (oft über mehrere Monate) einhergehend mit ernsthaften Beeinträchtigungen der Lebensqualität von Hund und Halter.

Dabei verzweifelst du irgendwann vermutlich an der Frage, warum die Probleme immer wiederkehren bzw. sich stetig noch verschlimmern, obwohl du sie ja behandeln lässt…

Mit den ersten Anzeichen kündigt sich das Drama an. Es beginnt wie immer ganz harmlos. Gelegentliches Schütteln des Kopfes und vereinzeltes Kratzen am Ohr machen dich langsam darauf aufmerksam, dass mit den Ohren wohl etwas nicht stimmt.

Was hat er denn? Du siehst dir mal eben das Ohr an, kannst aber nichts erkennen. Naja, halb so wild. Der Hund hört damit früher oder später ja auch wieder auf. Tage vergehen und das Verhalten zeigt sich immer häufiger. Das Ohr wird langsam rot und das Kratzen immer heftiger. Die ersten offenen Stellen kommen zum Vorschein. Also steht bald der erste Besuch beim Tierarzt an. Mögliche Auslöser werden gesucht – negativ.

Erste Spekulationen über Allergien stehen im Raum, aber dir ist in dieser Hinsicht nichts aufgefallen. Nach vertröstenden Worten geht es mit einer Kortison-haltigen Salbe in der Tasche wieder nach Hause. Verschiedenste Gründe können eine Entzündung der Ohren verursachen. Sollte ein Fremdkörper der Übeltäter sein, ist die Sache eindeutig und dein Hund ist nach der Entfernung bald wieder fit. So „glücklich“ sind aber nur die wenigsten Hunde.

Natürlich, denn die Ursache liegt meist ganz woanders. Sie kommt nicht von außen, sie liegt im Inneren des Körpers!

Das sagt dir aber so schnell niemand, daher wird als weitere Ursache erst mal noch Parasitenbefall wie z.B. durch Ohrmilben in Betracht gezogen… Da Ohrmilben aber nur in den seltensten Fällen die Ursache sind (da das eigentliche Problem wie gesagt viel tiefer sitz), ist das ungefähr der Punkt wo das Medikamenten-Karussell richtig an Fahrt aufnimmt…

Nun geht das Theater los.

Antibakterielle Ohrreiniger, Antibiotika oder chemische Mittel gegen Pilze (wie z.B. Malassezien) werden eure neuen Begleiter. Zeitaufwändige Behandlung am Hund und das Waschen sämtlicher Polstermöbel wird dir angeraten. Deinem Hund zuliebe betreibst du diesen Aufwand gerne, denn die erste Besserung tritt ein. Aber die Erleichterung ist meist nur von kurzer Dauer.

Nach kurzer Zeit der ernüchternde Rückschlag. Trotz allen Bemühungen wird jetzt alles noch schlimmer, dein Hund hält den Kopf inzwischen immer öfter schief. Durch ständiges Schütteln und Kratzen versucht dein Hund diesen nervigen Juckreiz loszuwerden, aber das gelingt natürlich nicht.

Das Ohr schwillt an, glüht feuerrot und dein Hund findet auch nachts keine Ruhe mehr. Übelriechender dunkler Ohrenschmalz ist zu sehen und dein Hund lässt sich vor Schmerzen nicht mehr am Kopf anfassen. Wieder zum Tierarzt, neue Diagnose: Es muss eine Allergie sein! Der nächste Versuch mit einem anderen Kortison-Präparat und/oder Antibiotikum wird gestartet und von nun an wird deinem Hund womöglich auch noch teures (hypoallergenes) Spezialfutter serviert.

Was passiert, wenn es so weiter geht, wie bisher?

Nun ja, jeder Hund und damit auch jeder Krankheitsverlauf ist anders. Jedoch ist eine Entzündung noch lange nicht das schlimmste Übel. Das Leiden kann nämlich vom äußeren Gehörgang über das Mittelohr bis ins Innenohr voranschreiten. Das bedeutet extreme Schmerzen für dein Tier.

Bei Entzündungen und der damit einhergehenden Schwellung verengt sich der Gehörgang mit der Zeit. Wärme und Feuchtigkeit sind dann gefangen und bieten einen optimalen Nährboden für Bakterien und Pilze, die den Entzündungsprozess aufrecht erhalten bzw. befeuern. Das führt wiederum zu einer Verdickung, der Gehörgang wird noch enger und der Teufelskreis ist perfekt.

Es ist wichtig festzuhalten, dass Bakterien und Pilze keineswegs die Ursache der Ohrenentzündung sind wie dir vielleicht bisher erzählt wurde! Sie sind vielmehr die Folge der Ohrenentzündung, denn sie gedeihen in einem gestörten Milieu (und einem durch Kortison unterdrückten Immunsystem) wunderbar!

Weiterhin können inzwischen sogar Beeinträchtigung des Hörvermögens und des Gleichgewichts auftreten. Womöglich bekommt dein Hund sogar Fieber und will schließlich auch nicht mehr fressen.

Socken tragen oder ein Kragen um den Hals sind irgendwann unverzichtbar, damit er die Ohren nicht weiter blutig kratzt. Die Ohrenentzündung wird chronisch und eine Behandlung ist im schlimmsten Fall nur noch unter Narkose möglich, weil der Hund aggressiv wird, wenn man auch nur in die Nähe der hochschmerzhaften Ohren kommt. Darunter leidet natürlich auch deine Beziehung zu deinem Tier. Irgendwann ist auch das Anfassen am Kopf kaum noch möglich.

Ungefähr zu dem Zeitpunkt wenn Antibiotika/Kortison-Kombipräparate nicht mehr anschlagen, bringen Tierärzte irgendwann gerne eine operative „Eröffnung“ bzw. Entfernung des äußeren Gehörgangs ins Spiel – z.B. die sogenannte Bullaosteotomie… wer sich mal gruseln möchte, kann diese aus meinen Sicht tierschutzrelevante Operation gerne mal Googeln.

Weiter möchte ich das Horrorszenario Ohrenentzündung gar nicht beschreiben, du kannst dir sicherlich denken was dann folgt bzw. hast es vielleicht sogar schon erlebt. Leider sind Erfahrungsberichte in etwa genau wie dieser keine Seltenheit mehr, sondern werden mir regelmäßig zugetragen. Allerdings muss es dir und deinem Hund nicht so ergehen!

Die unzähligen Tierarztbesuche haben dich vermutlich viel Kraft (und Geld) gekostet, konnten aber nur vorübergehend Linderung schaffen. Warum denn eigentlich? Es wurde doch alles unternommen, was dein Tierarzt dir bieten konnte? Genau hier liegt der Knackpunkt. Die Thematik bedarf einer weitaus umfangreicheren Aufmerksamkeit, als gedacht. Das Problem liegt nämlich viel tiefer.

Wie es zur Ohrenentzündung kommt

Das gesunde Hundeohr ist sauber und verfügt über einen eigenen Schutz- und Reinigungsmechanismus. Bei ausgeglichenem Milieu sowie richtiger Feuchtigkeit und Belüftung muss der Halter nicht eingreifen. Ich habe auch noch nie einen Wolf (oder überhaupt irgend ein Raubtier) mit chronischer Ohrenentzündung gesehen… warum wohl?

Die Ohren sind immer ein Teil des Gesamtorganismus und dürfen bei der Therapie nicht separat betrachtet werden. Meistens handelt es sich bei Ohrenentzündungen um ein Symptom einer größeren tieferliegenden Problematik im ganzen Körper, die oft unentdeckt bleibt oder schlichtweg falsch behandelt wird. Die Entzündung im Ohr ist dabei nur das äußerlich sichtbare Symptom, in etwas wie die berühmte Spitze des Eisbergs.

Guck dir dazu bitte zunächst folgendes Erklärungs-Video an:

Sogar die Seite der Entzündung (also ob mehr das rechte, mehr das linke Ohr oder beide gleich betroffen sind), kann ein Hinweis auf die wahrscheinliche Ursache sein.

Hat dein Hund Probleme mit dem linken Ohr, liegt eher ein hormonelles Ungleichgewicht nahe, das heißt das hormonelle Gleichgewicht im Körper ist gestört. Das kann z.B. die Folge von Kastration oder einer Fehlfunktion der Eierstöcke bzw. Hoden sein. Auch industrielles Fertigfutter bzw. die darin enthaltenen hormonell aktiven Substanzen dürften eine entscheidende Rolle spielen.

Das klassische Beispiel ist Soja, welches oft in minderwertigem Futter enthalten ist. Dieses enthält Phytoöstrogene, die im Körper hormonell aktiv sind – die sogenannten endokrinen Disruptoren. Wir raten inzwischen vollständig von der Verfütterung von industriellem Fertigfutter ab!

Das rechte Ohr hängt mit den Entgiftungsorganen des Körpers zusammen. Sind diese Organe geschädigt oder überlastet, verbleiben Abfallprodukte des Stoffwechsels früher oder später zwangsläufig im Körper. Ohrenentzündungen (genau wie z.B. Tränenstraßen, Hautprobleme oder Durchfall) sind Ausdruck davon, dass der Körper versucht auf allen ihm zur Verfügung stehenden Wegen Schadstoffe auszuscheiden. Dazu gehören auch die Ohren, da Giftstoffe auch über die Drüsen der Ohrschleimhaut (= Ohrenschmalz) abgesondert werden können.

Ein weiterer Grund warum Ohrenentzündungen oft so heftig und langwierig sind, ist dass das Ohr einen direkten Kontaktpunkt des Körperinneren zur Außenwelt darstellt – deshalb ist das Immunsystem hier auch sehr präsent und aktiv. Das Immunsystem erklärt im Übrigen auch den häufigen Zusammenhang von Allergien und Ohrenentzündungen. Die überschießenden Reaktionen des Immunsystems im Rahmen einer Allergie sind vielleicht nirgendwo so deutlich sichtbar wie an den Ohren.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der Schlüssel zum gesunden Ohr einmal mehr der Darm ist – denn der Darm ist das wichtigste Organ des Immunsystems (70-80% der Immunzellen des Körpers befinden sich im Darm)!

Heile den Darm und die Ohren werden sich mit der Zeit von selbst beruhigen!

Denn bei einem intakten Darm würden die Stoffe, auf die das Immunsystem reagiert, gar nicht erst in den Organismus gelangen bzw. schnell wieder ausgeschieden werden. Auch das Vorhandensein von Parasiten im Ohr weist auf ein tieferliegendes Problem hin, denn Parasiten werden vom gesunden Immunsystem normalerweise in Schach gehalten bzw. ein gesunder, intakter Organismus bietet ihnen keinen Lebensraum. Solange bei einem intakten, widerstandsfähigen Körper das natürliche Milieu im Darm, auf der Haut und damit auch das Milieu im Ohr stimmt, haben Parasiten, Pilze und (bakterielle) Erreger eigentlich keine Chance.

Dies ändert sich wenn das natürliche Gleichgewicht durch unnatürliche Maßnahmen oder Lebensbedingungen beeinträchtigt wird. Hier kommt von Wurmtabletten, Spot-Ons, Antibiotika (allg. Medikamente), Impfungen bis hin zu Schadstoffen und Umweltgiften alles in Betracht. Wenn dein Hund Ohrenentzündungen hat, dann ist das ein todsicherer Hinweis darauf, dass das Körpermilieu aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Außerdem ist vielen Haltern nicht bewusst, dass ständige Kortisongaben das Immunsystem massiv unterdrücken und schließlich an den Rand des Zusammenbruchs bringen. Wen wundert es, dass dann Bakterien und Pilze im Ohr leichtes Spiel haben und sich rasend schnell ausbreiten. Wie bereits gesagt: Bakterien und Pilze sind keineswegs die Ursache der Ohrenentzündung! Sie sind vielmehr die Folge, weil die übliche Behandlung ihnen „in die Karten spielt“.

Die Lösung dafür ist NICHT die äußerliche Behandlung mit Medikamenten (Antibiotika, Kortison, Schmerzmittel), Halskrausen oder sogenanntes Spezialfutter. Die Lösung ist die Ursache der Ohrenentzündung im Körperinneren zu beseitigen!

Heilung vollzieht sich immer von Innen nach Außen! Schulmedizinische Medikamenten-Therapie dagegen genau andersrum…

Was ist zu tun?

Durch eine intakte Darm- und Hautflora kann dein Hund wieder gesund werden, aber das braucht Zeit. Darm und Organe regenerieren sich nicht innerhalb von Tagen. Daher gibt es auch hier keine Wunderpillen.

Bis aber alles wieder im Gleichgewicht ist, kann man äußerlich unterstützen und Linderung verschaffen. Jedoch nicht mit Medikamenten, die das Milieu wieder ins Ungleichgewicht stürzen. Vielmehr sind natürliche Mittel zu wählen, die das Milieu nicht beeinträchtigen, keine Nebenwirkungen haben und den Körper bei der Selbstheilung unterstützen. Die Natur gibt uns so viele helfende Substanzen – wir müssen sie nur nutzen!

Nur damit du es schon mal gehört hast

Noch eine Sache, die zu wichtig ist, um sie nicht zu erwähnen. Hunde leben rund um die Uhr mit uns Menschen zusammen. Sie bekommen nahezu alles mit, was wir denken und fühlen. Sie spiegeln unser Verhalten und entwickeln daher auch Symptome und Krankheiten auf Basis „unserer“ Leiden.

Die Ausdrücke „Es kommt mir schon zu den Ohren heraus!“ oder „Ich kann es nicht mehr hören!“ kommen dir bestimmt bekannt vor. Die deutsche Sprache ist sehr akkurat – Psychosomatik nennt sich das ganze. Es ist denke ich definitiv einen Gedanken wert mal zu überlegen, warum sich seelische/emotionale Leiden irgendwann körperlich manifestieren – auch wenn es erst mal „nur“ deinen Hund betrifft! Es ist kein Zufall, dass der Körper so reagiert, wie er es tut.

Wahrscheinlich hast du all diese wichtigen Informationen nie von einem Tierarzt erfahren. Das geht zumindest den meisten Hundehaltern so, die zu mir kommen. Das liegt unter anderem daran, dass solche Zusammenhänge im Studium nicht vermittelt werden.

Die gängige Therapie besteht daher leider aus der Therapie mit unnatürlichen chemischen Arzneimitteln und Spezialfutter. Wie bereits erklärt wird so kein langfristiger Erfolg eintreten. Aus diesem Grund liegt es an dir selbst, die Verantwortung für die Gesundheit deines Hundes zu übernehmen!

Wer nicht hören will, muss fühlen und wer nichts neues lernen möchte, dem kann niemand helfen. Wenn du jedoch bereit bist einen anderen Weg zu gehen und neues zu lernen, dann kann dich niemand stoppen.

Wir wissen, dass gerade bei der Heilung von Ohrenentzündungen viel Durchhaltevermögen von Nöten ist. Erfahrungsgemäß heilen die Ohren mit als letztes ab. Aber es ist durchaus möglich!

Lass dich wenn du Hilfe brauchst dabei gerne von mir und meinem Team unterstützen und wir zeigen dir, wie du deinem Hund durch deine Eigeninitiative nachhaltig und dauerhaft helfen kannst!

Alles Gute für dich und dein Tier

Beste Grüße

Dein Tierarzt
Dr. Franz

PS: Guck dir vielleicht auch noch dieses Interview an. Nano hatte unter anderem ständige Ohrenentzündungen bis hin zur Kopfschiefhaltung. Heute ist der kleine Kerl kerngesund.

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