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Einleitung

Juckreiz ist das Kardinalsymptom der Haut, des größten Organs des Körpers, und einer der häufigsten Gründe überhaupt warum Hundehalter ihre Tiere bei Tierärzten vorstellen. Für Juckreiz gilt wie für vielleicht kein anderes Symptom mehr denn je der zeitlose medizinische Grundsatz, den ich vor vielen Jahren von einem alten „Tierarzt-Haudegen“ aufgeschnappt und seitdem nie mehr vergessen habe:

„Wenn du Hufgetrappel hörst, suche nach Pferden, nicht nach Zebras.“

Damit gemeint ist die ärztliche Aufgabe stets die naheliegendste (bzw. statistisch wahrscheinlichste ) Ursache eines Problems zuerst in Betracht zu ziehen, auch wenn möglicherweise noch viele andere in Frage kommen mögen. Laut Lehrbuch kommen theoretisch 100 (teilweise sehr exotische) Ursachen für Juckreiz in Frage. In der Praxis verhält es sich meiner Erfahrung nach aber so, dass Juckreiz in ca. 90% der Fälle auf einige wenige ganz konkrete Ursachen und Zusammenhänge zurückzuführen ist.

Dies gilt vor allem dann wenn du in Mitteleuropa wohnst und mit deinem Tier schon öfter bei Tierärzten in konventioneller Behandlung warst. Im folgenden werde ich daher nur auf die für dich höchstwahrscheinlich relevanten Ursachen eingehen und die Zebras beflissentlich ausklammern.

Juckreiz kommt selten allein

Festzuhalten ist zuerst mal, dass Juckreiz in aller Regel nicht als alleiniges Problem auftritt. Vielmehr ist er als Begleiterscheinung vergesellschaftet mit z.B. Allergien, Unverträglichkeiten, entzündeten Analdrüsen, Ohrenentzündungen, chronischen Darmproblemen, offenen/wunden Pfoten oder auch Hautproblemen aller Art.

Dies beweist, dass wir es hier mit einer tieferliegenden, den ganzen Körper betreffenden Entzündungs-Problematik zu tun haben, die sich zwar auf der Haut zeigt, aber bei weitem nicht auf die Haut begrenzt ist. Das ganze ist in etwa vergleichbar mit einem Schwel/Torf-Brand – es ist von außen sichtbar aber die eigentliche Dynamik spielt sich für das Auge unsichtbar unterirdisch ab.

Das große Ganze rund um das Symptom Juckreiz habe ich in diesem Video erklärt:

Zwischenfazit – der Fehler in der „üblichen“ Behandlung

Daraus leiten sich eine für die erfolgreiche Behandlung grundlegende Erkenntnis ab: Der Juckreiz auf der Haut wird nicht durch lokale (das heißt örtlich begrenzte) Unterdrückung mittels Kortison/Prednisolon, Entzündungshemmern (NSAID), Antibiotika, Apoquel oder Cytopoint in den Griff zu kriegen sein.

Und zwar da Medikamente immer nur das Symptom (!) Juckreiz zeitweilig unterdrücken. Aber sie beseitigen die Ursache nicht. (Wie das genau geht dazu im Folgenden mehr.) Mit dem Symbol des bereits erwähnten Schwelbrands ausgedrückt: Medikamente können immer nur an einigen Stellen den Rauch beseitigen, aber sie löschen das tieferliegende Feuer nicht. Daher kommt Juckreiz in aller Regel wieder und begleitet Hund/Halter über lange Zeit.

Eine kühne Behauptung aus jahrelanger Erfahrung

Zum besseren Verständnis: Dem Auftreten von Juckreiz bei deinem Tier sind in den meisten Fällen bestimmte Behandlungen vorausgegangen, die du natürlich nicht ursächlich mit dem Juckreiz in Zusammenhang gebracht hast.

Hier kommen in Frage: Impfungen, intensive Medikamentengaben gegen z.B. Giardien, Würmer oder Zecken, Antibiotika, Schmerzmittel, Kortison sowie die Verfütterung von industriellem Fertigfutter. Sie tauchen so gut wie bei jedem Juckreiz-Patient im Vorbericht auf. Wenn dein Hund unter Juckreiz leidet, wäre ich sogar bereit Geld darauf zu verwetten, dass dein Tier bei Tierärzten schon (mehrfach) mit einem oder mehreren der oben genannten Medikamente behandelt wurde.

Und wenn du diesen Text bis hierhin gelesen hast, dann waren diese Behandlungen höchstwahrscheinlich nie dauerhaft erfolgreich und der Juckreiz kehrte stets zurück, weswegen du jetzt im Internet auf der Suche nach Alternativen bist.

Erklärung – Warum ist die Haut überhaupt betroffen?

Zuerst mal dürfte das mit der beachtlichen mechanischen Beanspruchung im Rahmen des täglichen Lebens zusammen hängen.

Die Haut ist das wichtigste Schutzorgan des Körpers. Da ein Hund keine schützende Kleidung trägt, ist wahrscheinlich einleuchtend, dass die Haut durch den unmittelbaren Kontakt mit sämtlichen Schadstoffen aus der Umwelt besonders gereizt wird. Die Haut schirmt den Körper jedoch nicht nur gegenüber Schadstoffen von der Außenwelt ab, sondern sie stellt auch eine bedeutsame Eintrittsbarriere für Krankheitserreger und Parasiten dar.

Gleichzeitig ist sie (neben dem Darm) aber auch der größte Lebensraum für die hier natürlicherweise ansässigen und für die Hautgesundheit unerlässlichen Mikroorganismen. Bei Mensch und Tier kommt den hier lebenden Mikroorganismen eine ganz entscheidende Rolle für die normale Funktionalität und die selektive Barrierefunktion der Haut zu.

Diese doppelte Funktion ist der Grund warum die Haut für das Immunsystem eine so große Rolle spielt und warum sie im Rahmen von Immunkrankheiten wie Allergie, Atopischer Dermatits, Lupus oder Pemphigus stets offensichtlich mitbetroffen ist. Diese intensive Beanspruchung erfordert umfangreiche und adäquate Regenerations- und Neubildungsprozesse der Zellen in der Haut, welche natürlich nur im Rahmen eines gesunden Stoffwechsels bzw. Körpermilieus adäquat erfolgen kann.

Das mikrobielle Gleichgewicht auf der Haut wird insbesondere von Antibiotika ( aber auch chemischen Medikamenten generell) empfindlich gestört bzw. beeinträchtigt – insbesondere natürlich von denen, die auf die Haut aufgetragen oder per Kanüle unter die Haut gespritzt werden. So tragen Antibiotika und Medikamente ironischerweise zu den Symptomen auf der Haut bei, gegen die sie ursprünglich gegeben werden.

Des weiteren ist die Haut neben Leber, Niere und Darm ein sehr willkommenes Entgiftungsorgan, dessen Kapazität vom Organismus bei Bedarf auch voll ausgeschöpft wird. Wenn körperfremde Substanzen / Schadstoffe ( wie z.B. chemische Medikamente, Impfungen oder Spot-Ons) wieder ausgeschieden werden müssen, bedient sich der Körper dazu notgedrungen auch immer der Haut. Denn über die kontinuierlich nach außen abgestoßenen Zellschichten der Haut (=Schuppen) können eingelagerte Schadstoffe langsam aber beständig in die Außenwelt abgegeben werden.

Dieser Prozess ist allerdings nicht nur in seiner Kapazität limitiert, sondern er bringt es zwangsläufig auch mit sich, dass die in die Hautzellen eingelagerten Schadstoffe vor ihrer Abschilferung noch das umliegende Gewebe reizen bzw. schädigen können. Dies wird vom Tier als das empfunden was wir dann Juckreiz nennen und warum du gerade diesen Artikel liest.

Daher kommt auch das ständige Nagen, Knabbern, Schubbern oder Kratzen an so gut wie allen Hautarealen, das in schweren Fällen bis hin zur Selbstverstümmelung gehen kann.

Lösung für Juckreiz – Was ist zu tun?

Wie wir bereits festgestellt haben, ist eine örtliche Behandlung der Haut mit Cremes, Salben oder Medikamenten in der Regel nicht ausreichend bzw. sogar kontra-produktiv. Es wird sich damit für eine Weile Ruhe „erkauft“, aber die Beschwerden kehren in aller Regel wieder.

Guck dir bitte im folgenden Video an, wie eine inzwischen glückliche Halterin es sehr treffend formuliert hat:

Wer als Halter den Juckreiz seines Hundes langfristig und dauerhaft heilen will, kommt nicht umhin sich mit der Gesundheit seines Tieres insgesamt zu beschäftigen. Und damit sind wir auch beim Thema Haut/Juckreiz wieder beim Darm angelangt, dem meistunterschätzten Organ in der „modernen“ Medizin.

Der direkte Zusammenhang von Haut und Darm ist im folgenden Video anschaulich erklärt:

Es gilt also bis hierhin festzuhalten:
Wer den Juckreiz seines Hundes dauerhaft heilen will, der muss zuerst die Haut heilen, und wer die Haut heilen will, der muss beim Darm ansetzen!

Gegenmaßnahmen – Was ist zu tun?

Die notwendigen Maßnahmen um Juckreiz bzw. Hautproblemen allgemein zu begegnen sind aufbauend auf den geschilderten Zusammenhängen gleichermaßen umfangreich wie logisch.

Sie setzen vorne bei der Vermeidung von sämtlichen chemischen Fremdstoffe an – hier kommen Medikamente, Spot-Ons, Impfungen, Wurmtabletten oder Zeckenhalsbänder in Frage.

Weiterhin muss der Darm aufgebaut, gestärkt und entgiftet werden – heißt Ernährungsumstellung, Darmsanierung & Milieuoptimierung. Da die Haut wie bereits geschildert eine Entgiftungsfunktion hat, wird jede Entgiftung des Körpers im besonderen auch immer der Haut zugute kommen und den Juckreiz somit lindern. Dieser Prozess erfordert allerdings Geduld und Zeit.

Da zu den Ursachen von Juckreiz aber auch Parasiten bzw. bakterielle Erreger zählen, ist der gleichzeitige Aufbau des Immunsystems ebenfalls unabdingbar. Wird die Ausbreitung von Erregern und Parasiten durch eine gesunde, intakte Hautbarriere auf natürliche Weise eingedämmt, so verschwindet der Juckreiz schlussendlich von selbst.

Schließlich sind sicherlich auch bestimmte Alltagspraktiken und Gewohnheiten des Halters im Bezug auf Reinigung und Hygiene zu hinterfragen (Teppiche, Waschmittel, Haushaltschemikalien oder Umweltgifte etc.)

Die Prognose von Juckreiz ist aufgrund der außerordentlichen Regenerationsfähigkeit der Haut auch in sehr fortgeschrittenen Krankheitsverläufen immernoch als gut zu bezeichnen. Die von Tierärzten immer wieder zu hörende Behauptung Allergien (und der damit einhergehende Juckreiz) wären unheilbar, ist aus meiner Erfahrung eindeutig faktisch falsch!

Wenn der Halter ganzheitlich alle genannten Punkte konsequent umsetzt, sind Heilungsverläufe wie dieser hier die logische Konsequenz.

Wer sich als Hundehalter ebenfalls auf einen ganzheitlichen und chemiefreien Weg begeben möchte, kann sich hier gerne einen Termin bei mir und meinem Team buchen.

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