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Wie sich Probleme mit der Bauchspeicheldrüse (BSD) äußern und was du dagegen tun kannst 

Wenn bei deinem Tier mehrere der folgenden Symptome vermehrt auftreten, dann könnte eine Bauchspeicheldrüsen-Problematik dahinter stecken:

Dein Hund hat (regelmäßg wiederkehrend) Durchfall, Bauchschmerzen oder Krämpfe. Er nimmt daher oft eine Entlastungshaltung für die Bauchorgane, wie z.B. die Gebetsstellung ein. Er verweigert das Futter oder ist generell ein mäkeliger Fresser. Der Kot riecht auffällig unangenehm und hat bisweilen eine unnatürliche Färbung. Durch das unvollständige Verwerten der Nahrung entsteht ein Nährstoffmangel, der sich in allgemeiner Schwäche, Gewichtsverlust, stumpfem Fell sowie Anfälligkeit für sämtliche Infektionen und Parasitenbefall äußern kann.

 

Woher kommen die Probleme? Eine erste Erklärung:

Die BSD hat 2 wesentliche Aufgaben:
1. Die Produktion von Enzymen, die für die ordnungsgemäße Verdauung der Nahrung notwendig sind.
2. Die Produktion von Hormonen, die für die Regulation des Blutzuckerspiegels im Rahmen der Verdauung ebenfalls unverzichtbar sind.

Wie du siehst hat die BSD damit eine herausragende Funktion für die Verdauung. Bei Schädigungen der Bauchspeicheldrüse kommt es daher zu (schwerwiegenden) Beeinträchtigungen des Magen-Darm-Trakts, was dann zu den oben beschriebenen Symptomen führt. Störungen bzw. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse treten bei Hunden inzwischen immer häufiger auf. Oft entwickelt sich diese Problematik unbemerkt und zeigt sich nach außen hin lange Zeit kaum oder gar nicht.

Wie das ganze in der Praxis aussieht – ein Erfahrungsbericht:

Eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung wird vom Halter wie folgt wahrgenommen:

Dein Hund muss 4-6 Mal am Tag Kot absetzen (auch in der Nacht ), kann diesen bisweilen nicht mehr halten und macht dir in die Wohnung… Er frisst nur sehr ungerne / wenig bis er die Futteraufnahme schließlich komplett verweigert. Je nach dem wie lange das schon so geht hast du irgendwann ein schmerzgeplagtes, kraftloses Tier mit hängendem Kopf und traurigen Augen vor dir, das sich wegen des schmerzhaften Bauches kaum noch anfassen lässt…

Die Vorstellung beim Tierarzt und die veränderten Blutwerte bestätigen dann oftmals die Vermutung und es wird die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenentzündung“ gestellt.

Ok. Und was nun? Du bekommst womöglich ungefähr folgendes zu hören:

„Ich mache ihnen hier leider keine falschen Hoffnungen. Mit dieser Krankheit/Diagnose ist nicht zu spaßen, wir erleben das immer häufiger. 95% unsere Patienten bekommen wiederkehrende Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen und werden zu Dauer-Patienten.“

Oder noch schlimmer, weil nicht nur niederschmetternd sondern auch faktisch falsch:

„Wir können nicht mehr machen als Antibiose und/oder Schmerzmittel zu verabreichen und ihnen ein spezielles Diät-Trockenfutter für die Bauchspeicheldrüse mitzugeben.“

Nach dieser Art von „Therapie“ stellt sich bei dir relativ schnell „Ernüchterung“ ein, weil es mit der Genesung damit in der Regel überhaupt nicht vorwärts geht. Also wieder in die Tierklinik. Was dann oft folgt ist ein Tierarzt-Marathon, eine Odyssee durch alles was die Tiermedizin im Umkreis von 100-200 km zu bieten hat. So viel ist das allerdings gar nicht, bzw. es ist überall das gleiche. Antibiotika, Schmerzmittel, Kortison und Spezialfutter vornehmlich…

Deinem Hund geht es dabei immer schlechter und er nimmt zunehmend ab!

Weitere kostspielige Behandlungen kommen zum Einsatz – Röntgen und Ultraschall – Kotuntersuchungen und ein weiteres (ganz neues) Spezial-Trocken-/Nassfutter. Weitere Tage und Wochen vergehen und immer noch tritt keine Besserung ein. Du fragst dich wie lange dein Hund das noch so mitmacht…

Wieder in der Tierklinik ist dein Tier völlig kraftlos und die Tierärzte ratlos. Tierärzte stehen vor dir und zucken mit den Schultern. Es macht sich große Ernüchterung breit…

Die regelmäßig gemessenen Blut-Werte gehen dabei hoch und runter, aber nie in den Normbereich. Mittlerweile ist eine enorme Gewichtsabnahme mit hervorstehenden Knochen unübersehbar… sichtbare Rippen, eingefallene Augen und ein sichtlich entkräftetes Tier. Wochen oder sogar Monate können so vergehen ohne dass dem Tier wirklich geholfen wird, obwohl die Lösung so nahe liegt…

Ok Stop.

So weit sollte es gar nicht erst kommen. Um dieses Szenario zu verhindern, muss man sich zunächst einmal grundlegend mit der Funktionsweise dieses Organ beschäftigen und verstehen wie die BSD natürlicherweise arbeitet.

Wo die Probleme herkommen – die Aufgaben der Bauchspeicheldrüse im Detail

Die Bauchspeicheldrüse ist ein unerlässliches Verdauungsorgan, genauer eine dem Darm angegliederte Drüse. Sie produziert einerseits Enzyme, die Fette und Kohlenhydrate aus der Nahrung spalten (und damit für den Körper verwertbar machen) und andererseits Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Fette werden durch das Bauchspeicheldrüsen-Enzym Lipase aufgespalten und können dann vom Körper weiter verarbeitet werden. Analog dazu hat das Bauchspeicheldrüsen-Enzym Amylase die Aufgabe, die langkettige Stärke aus der Nahrung in einzelne Zucker-Moleküle aufzuspalten.

Dieser Zucker gelangt anschließend aus dem Darm ins Blut, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigt. Daraufhin schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus, um diesen Zucker in die Körperzellen aufnehmen zu können – dadurch werden die Körperzellen mit Energie versorgt und der Blutzuckerspiegel sinkt wieder. So weit so gut.

Der Zucker ist das Problem!

Bei einer natürlichen Ernährung ohne Stärke/Zucker fällt der Bauchspeicheldrüse die Regulation des Blutzuckers nicht sonderlich schwer. Wenn jedoch regelmäßig große Mengen an Stärke verfüttert werden, dann muss die Bauchspeicheldrüse große Mengen an Amylase und folglich dann auch an Insulin produzieren. (Dies ist immer dann der Fall, wenn dein Tier mit stärkehaltigem industriellen Fertigfutter / Trockenfutter ernährt wird – dazu später mehr.)

Sollte die Bauchspeicheldrüse dabei „über das Ziel hinaus schießen“, also quasi zu viel Insulin produzieren, so rauscht der Blutzucker-Spiegel in den Keller. Bei einem fallenden Blutzuckerspiegel läuten im Körper aber nun richtig die Alarmglocken, weil das Gehirn auf eine konstante Versorgung mit Zucker über das Blut angewiesen ist. Fällt der Blutzuckerspiegel zu weit unter den Normalwert, so wird der Gegenspieler des Insulins freigegeben: Das Hormon Glukagon.

Dieses sorgt neben Adrenalin und Cortisol dafür, dass der Blutzuckerspiegel wieder ansteigen kann. Was dann folgt ist eine wahre Blutzucker-Achterbahnfahrt, dem der ständige Versuch den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren zugrunde liegt. Wie man sich vorstellen kann belastet dies die Bauchspeicheldrüse auf die Dauer enorm.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Blutzuckerspiegel bei Hunden, die mit Trockenfutter ernährt werden, viel mehr und viel länger schwankt, als das bei natürlicher Ernährung jemals der Fall wäre!

Warum ist die Bauchspeicheldrüse heute so oft betroffen? Antwort: Weil sie für die Verdauung der vielen Stärke im Trockenfutter einfach nicht ausgelegt ist! Warum Tierärzte Hunden mit Bauchspeicheldrüsen-Problematik trotzdem stärkehaltiges Spezialfutter verordnen, ist für mich nicht nachzuvollziehen.

Wie es in der Evolution mal war – und wie es heute ist

Evolutionär gesehen ist die Bauchspeicheldrüse darauf ausgelegt, den natürlichen Energielieferanten Fett durch Produktion von Lipase zu verdauen. Daher haben gesunde Hunde mit hohen Fettanteilen in der Nahrung auch kaum Probleme. Heutzutage werden aber die meisten Hunde mit industriellem Fertigfutter ernährt.

Dieses enthält enorm viel Stärke, beispielsweise in Form von verarbeitetem Getreide, (genmanipuliertem) Mais oder (minderwertigem) Soja. Das Organ muss bei einer solchen Ernährung also eine überwiegend unnatürliche Funktion erfüllen – viel Amylase zur Spaltung dieser Stärke produzieren und viel Insulin ausschütten, um den Blutzuckerspiegel ständig nach unten zu regulieren.

Warum ist gerade die Bauchspeicheldrüse so oft betroffen?

Weil die Bauchspeicheldrüse das einzige Organ im Körper ist, das den Blutzucker mittels Insulin senken kann! Eine Aufgabe die sie in der Evolution eigentlich nie erfüllen musste, denn Zucker bzw. Energie war in der Evolution stets Mangelware. Eine Überversorgung gibt es erst seit ca. 50 Jahren – ein Witz im Vergleich zu Millionen Jahren Evolution. Viel bedeutsamer für das Überleben war die Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel ansteigen zu lassen, um in anstrengenden Situationen wie Kampf, Flucht oder Fortpflanzung genügend Energie zur Verfügung zu haben.

Daher gibt es auch nur ein Hormon das den Blutzuckerspiegel senkt – das Insulin. Ihm stehen 3 Hormone gegenüber, die den Blutzuckerspiegel steigen lassen – Glukagon, Kortison und Adrenalin. 3 gegen 1 – die Prioritäten von Mutter Natur sind damit wohl klar.

Anders ausgedrückt: Die Bauchspeicheldrüsen-Probleme sind in den allermeisten Fällen selbst gemacht, weil die Tiere völlig unnatürlich ernährt und gehalten werden. Infolge dessen ist es kein Wunder, dass dieses kleine Organ in der „modernen Fütterung mit industriellem Fertigfutter“ auf Dauer überlastet wird, seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann und schließlich „den Geist aufgibt“.

Dann entsteht eine Unterfunktion, die sogenannte BSD-Insuffizienz. Kommen dann noch erschwerende Faktoren wie Stress, eine Infektion, Impfungen oder Medikamente hinzu, kann sich eine ernst zu nehmende Entzündung entwickeln. Der Beginn dessen was eingangs im Text klinisch beschrieben wurde.

Was ist zu tun?

Schau dir bitte zuerst das Video einer Teilnehmerin an, deren Hund lange an Bauchspeicheldrüsen Problemen gelitten hat und heute kerngesund ist.

Tatsächlich ist es durch richtige Vorbeugung sehr gut möglich, diese Probleme von vornherein zu vermeiden. Wenn eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung bereits vorliegt verschlechtert sich die Prognose jedoch zunehmens bzw. erfordert ein sehr rigoroses Fütterungs-Management. Um Probleme zu verhindern, achte vor allem auf eine natürliche, artgerechte Ernährung mit wenig Stärke, um der Bauchspeicheldrüse die Chance zu geben, ihre natürliche Funktion zu erfüllen. Außerdem solltest du schädliche Faktoren, wie Medikamente, Spot-Ons, Wurmtabletten, Mittel gegen Giardien sowie natürlich Umweltgifte und Schadstoffe etc. vermeiden.

Die Bauchspeicheldrüse mündet in den Darm – alles was den Darm belastet (Trockenfutter, Medikamente, Wurmtabletten, Giardien-Mittel etc.) schädigt indirekt also immer auch die Bauchspeicheldrüse. Ist die Bauchspeicheldrüse bereits entzündet oder liegt womöglich sogar schon eine Insuffizienz bei deinem Tier vor, so sollte ein ganzheitlicher Behandlungsfahrplan verfolgt werden, der zuerst einen individuellen Ernährungsplan voraussetzt.

Wenn du bei deinem Tier Handlungsbedarf siehst, dann melde dich gerne bei mir und meinem Team, indem du einen Termin vereinbarst.

 

Fazit

Leider werden all die hier erklärten Zusammenhänge von schulmedizinisch orientierten Tierärzten kaum erläutert oder gar als Basis für den Weg zurück zur Gesundheit herangezogen. Im Gegenteil – viele Tierärzte verkaufen leider immer noch Trockenfutter in ihrer Praxis und behandeln Tiere mit überwiegend chemischen Mitteln. Diese Verfahrensweise wird an der Universität zwar so gelehrt, wird in Zukunft jedoch zunehmend zu hinterfragen sein.

Bis es soweit ist, wirst du selbst Verantwortung übernehmen müssen, um deinem Tier ein gesundes und glückliches Leben an deiner Seite zu ermöglichen! Wenn dein Hund bereits betroffen ist oder du mehr darüber wissen willst, wie du die Ursachen vieler weiterer Krankheiten deines Hundes beseitigen kannst, dann melde dich gerne bei mir und meinem Team.

Wenn du Hilfe brauchst, melde dich gerne bei uns und dann können wir den Weg gemeinsam gehen.

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